Salzkammergut Bad Ischl: Sehenswürdigkeit Café Zauner

Wer kennt ihn nicht, den Zauner-Stollen? Gehört zu Ischl wie die Mozartkugel zu Salzburg oder die Sachertorte zu Wien. Und für uns gehört ein Besuch beim Zauner zu jedem Bad-Ischl-Urlaub, egal wie kurz wir auch hier sind!


Zweimal findet ihr den Zauner in Bad Ischl: einmal das Stammhaus in der Pfarrgasse und das Grand-Café an der Esplanade. Bereits in siebenter Generation wird die Konditorei heute von der Familie Zauner geleitet, die dereinst aus Wien geholt wurden.

Unser Kaiser (und hier ist ausnahmsweise nicht Franz Josef, sondern Franz I. gemeint) und der ganze Hofstaat verbrachten mit Vorliebe die Sommer im Salzkammergut, eben in Ischl. Nur war der verwöhnte Gaumen der Wiener Gesellschaft mit den ortsansässigen Zuckerbäckern nicht zufrieden. Aus Wien holte der Hofarzt von Franz Josef den Konditor und Weinhändler Johann Zauner. Zunächst war er in der Maxquellgasse tätig, 1832 eröffnete er seine eigenen Konditorei in der Pfarrgasse, wo das Café bis heute blieb!

Ihr kennt sicher den Zaunerstollen, jene berühmte Bad Ischler Spezialität, von deren Entstehung ich euch erzählen möchte:

Josef Nickerl, früher Patissier im berühmten Karlsbader “Hotel Pupp”, verfeinerte zum Einstand in der Konditorei Zauner ein mitgebrachtes Rezept: die berühmten “Ischler Oblaten” waren entstanden.

Der Erfolg der Oblaten brachte ein Problem mit sich. Nicht alle Oblaten waren optisch perfekt. Aber wegwerfen? Dazu war der leckere Bruch zu schade. So begann Nickerl zu experimentieren. Er zerkleinerte die Oblatenreste, vermischte sie mit einer Haselnuss-Schokolade-Masse und formte daraus kleine Makronen, die vor allem für den Verkauf an Kinder gedacht waren. Das Lustige war, dass alle, ob groß oder kleine, diese neue Süßigkeit liebten. Das überraschte Viktor Zauner und so experimentierten die beiden weiter. Geschmacklich waren sie bald zufrieden, aber die Optik überzeugte sie nicht.

Nach vielen Versuchen pressten sie die Masse in eine längliche Form, ließen sie trocknen und zerschnitten sie in fingerdicke Scheiben. Das gelang ohne Ausbrechen oder Zerfallen - und so war er geboren, der Zaunerstollen.

Wobei fast geboren, denn zu guter Letzt bekam er noch eine Schokoladenglasur! Seit 1905 gibt s ihn nun, den berühmten Zaunerstollen. Wer ihn noch nicht kennt, sollte ihn unbedingt probieren.

Wir schätzen auch die anderen Leckereien, sei es der Eiskaffee im Sommer oder ein Melange. Im Café zu sitzen ist ein ganz besonderes Erlebnis, rund 250 verschiedene Tortenspezialitäten und 60 verschiedene Pralinen lassen keinen süßen Wunsch offen. Eher ist es die Qual der Wahl, sich für eine Torte zu entscheiden. Unsere Lösung: eine essen wir beim Zauner und eine zweite nehmen wir mit für später im Wohnmobil!

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Was das Sacher für Wien, ist der Zauner für Bad Ischl!
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Hier das Grand-Café an der Esplanade