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Island: Reise nach Reykjavik im Winter.

Island und Winter? Warum fahrt ihr denn jetzt und nicht im Sommer? Das war so ziemlich die erste Frage, die uns gestellt wurde, als wir Freunden von unseren Plänen im Winter nach Reykjavik zu reisen erzählten. Die Antwort ist ganz klar: wir möchten die Nordlichter sehen! Und ehrlich, kalt ist es auf Island ohnehin das ganze Jahr!


Bewusst wählen für die Reise den März. Die Tage sind schon deutlich länger und so können wir sowohl die Stadt selbst als auch die Natur-Erlebnisse rund um Reykjavik mit der Jagd auf die Polarlichter verbinden. Auch ist der März oft vom Wetter her besser als die davor liegenden Monate.


Zu Hause lacht mich Gerald ja aus, als ich die dicke Winterjacke einpacke. "Ist ja schon März und Island liegt viel südlicher als Tromsö", meint er. Als noch ein wenig Platz in seinem Koffer ist, entschließt er sich, sie halt sicherheitshalber doch mitzunehmen. Brauchen werde er sie aber nicht.


Flughafen Reykjavik. Wir gehen durch den Andock-Bereich vom Flugzeug zum Gebäuede. Kein Schnee draußen, die Sonne scheint, drinnen ist es warm. "Na, fast wie auf Gran Canaria. Und du mit deiner dicken Jacke!", scherzt er. Wir gehen durch den Flughafen und kommen zur Tür ins Freie. Die geht automatisch auf und uns bleibt die Luft weg. Im Schritt stoppen wir und stehen einfach mal so da. Was für eine Kälte! Der Wind kommt offenbar direkt vom Nordpol, zumindest fühlt er sich so an.


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Ja, dick angezogen sind wir! Und es ist kalt. Aber es zahlt sich aus, so was von!

Dieses Gefühlt begleitet uns die ganze Woche. Noch nie (!) haben wir so eine Kälte gespürt. Wir sind ja wirklich weder verfroren noch schlecht ausgerüstet. Für jede mitgenommende Schicht sind wir mehr als dankbar. Es ist der Wind, der es bitterkalt macht. Ist es windstill (was halt nur selten der Fall ist), dann ist es wie an einem Wintertag bei uns in Österreich. Mit Haube, Handschuhen und Jacke gut ausgerüstet. Daher hier Tipp Eins. Nimm dir genug Schichten mit und achte darauf, dass eine zumindest winddicht ist.


Mich trifft es da bei meinen hübschen gelben Norweger-Handschuhen. Die sind zwar aus dicker Wolle, aber da zieht es so richtig durch. Zum Glück hab ich meine Lederhandschuhe mit. Die sind zwar ungefüttert, aber der Wind bleibt draußen! Das selbe gilt auch für Hauben. Gerald nimmt zwei Schichten übereinander und manchmal die Kapuze über beide.


Nun aber genug zur Kälte. Gut ausgerüstet genießen wir die Stadt. Das Märzlicht ist herrlich, die Tage wunderbar lang. Perfekt für Nordlichter und Ausflüge. Wir fahren auf dem Golden Circle zu Wasserfällen und Geysiren und wechseln von Nordamerika nach Europa mit wenigen Schritten. Genießen die Südküste mit schwarzem Strand und beeindruckenden Wasserfällen. Der Kontrast zwischen den Eiszapfen und dem Gelbgrün der Umgebund ist spannend.


Und wann sieht man schon solche gefrorene Wassermassen? Ganz großes Hollywood-Kino von Mutter Natur! Regenbögen, Geysir-Dampfwolken und bizzare Felsformationen.


Winter und Island? Ja, immer wieder! Einzig auf die Tageslänge achten, genug warme Sachen einpacken und los geht´s!