Gardasee: wandern Riva zur Bastion und der Kapelle Santa Barbara

Blickt man von Riva zu den schroffen Felsen im Westen, dann stehen sie gleich ins Auge! Zuerst die Bastion, mit der Altstadt durch einen Aufzug verbunden, und darüber an den Fels geschmiegt die kleine Kapelle Santa Barbara. Weiß wir Schnee hebt sie sich vom Grau des Felsens ab, nahezu unerreichbar fern wirkt sie vom See aus. Tatsächlich sind sie jedoch recht flott zu Fuß erreicht. Ein stimmungsvoller Fußweg bringt dich zur Bastion, ein steiniger Pfad mit herrlichen Ausblicken auf Riva und den Gardasee weiter zur Kapelle Santa Barbara.

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Schau genau: die Bastion ist ja noch leicht zu finden, die Kapelle oben am Hang schon sehr schwer!

Kurzfassung

Weglänge: 6,6 km

Höhenmeter Anstieg: 567 hm

Durchschnittliche Gehzeit: 3:47 – bedenkt hier immer, dass dies die reine Gehzeit ohne Pause ist! Am besten mal mit diesen Werten (und genügend Pufferzeit) vergleichen und so seine eigene Durchschnittszeit berechnen, kann schneller, aber natürlich auch langsamer sein!


Schwierigkeit: bis zur Bastion ein sehr guter, einfacher Weg. Der Aufstieg zur Kapelle Santa Barbara geht auf einem steinigen Steig. Trittsicherheit ist hier Voraussetzung. Wanderstöcke ein Tipp, falls du gerade im Abstieg gern mal unsicher bist. Gefährlich ist es jedoch nicht!

Kondition: bis zur Bastion gemütlicher Aufstieg, zur Kapelle Santa Barbara ist mal steiler, mal flacher, aber halt einige Höhenmeter bergauf.


Markierung: super markiert und sehr einfach zu finden. Hätten kein GPS gebraucht.

Weg-Alternativen: von der Kapelle kannst du noch weiter aufsteigen und auch im Abstieg auf dem selben Weg bieten sich Alternativen nach Norden.


Parken: Parkhaus Riva

Link: Parken


Landschaft/ Erlebnis/ Fotografie: Herrlich! Tolle Ausblicke, spannender Weg.

Einkehr/ Rast: bei der Bastion gibt es ein Lokal. Hier kannst du dich für den Aufstieg oder nach dem Abstieg stärken. Am Weg viele Bankerl bis nach oben zur Kapelle.

Der Link zum Lokal auf der Bastion: Bastione


Link zum GPS-Track

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Wanderung von Riva zur Bastion und Kapelle Santa Barbara

Schon bei unserem ersten Besuch in Riva staunten wir über die Bastion, die oberhalb der Stadt am Felsen thront. Wenig später entdeckten wir viel weiter oben diese kleine, weiße Kapelle Santa Barbara, lieblich an den Fels geschmiegt. Da müssen wir mal rauf, das war gleich klar! Heute ist es so weit!

Gleich neben dem Parkhaus beginnt der Wanderweg zur Bastion, du findest hier die ersten Wanderwegweiser. Einfach immer weiter gehen – so schlicht lautet die Beschreibung bis zur Bastion. In großzügigen Kehren schlängelt sich der Weg hinauf, sanft in der Steigung und somit so richtig zum Aufwärmen für den zweiten Teil der Wanderung.



Genau in unserem Blickfeld erstreckt sich ein altes Anwesen mit einem imposanten Steinhaus, vielen Mauern und Resten an Olivenbäumen. Offenbar schon ein Lost Place, sehr schade, schaut so hübsch aus. Wobei gerade der morbide Charme der Vergänglichkeit seinen Reiz entfaltet. Ein tolles Fotomotiv und – wenn es nicht so kühl wäre – ein geniales Urban-Sketch-Motiv für mich!

Schon bald ist die Bastion erreicht. Was für ein massiver Turm! Festung am Fuße des Monte Rocchetta wurde aus grauem Naturstein 1508 errichtet. Die Bastion sollte die darunter liegende Stadt und seine Bewohner schützen. Im Jahr 1703 zerstörten die Franzosen unter General Vendome den Bau, indem sie den Zentralkomplex verminten und massiv zerstörten. Dank verschiedener Restaurierungsmaßnahmen behielt die Bastion ihren Charme und zählt heute zu den Wahrzeichen von Riva! Du kannst sie besichtigen und im Anschluss noch einen Besuch im Lokal genießen.

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Imposant, die Bastion! Besonders, wenn eine Person neben ihr steht.
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Innenansicht der Bastion – ein spannendes Gebäude!

Ein klitzekleines Stück geht es nun auf dem Weg retour, dann zweigt unser Weg hangwärts vom Bastion-Weg ab. Ab jetzt geht es bergauf, mal steiler, mal flacher. Mal ist der Weg recht einfach zu gehen, dann wieder sind es höhere „Stufen“, die die Felsen bilden. Allesamt kein Problem, genau schauen und konzentriert gehen. Die Steine sind grundsätzlich sehr griffig und unsere Schuhe finden guten Halt. Loser Schotter zwischendurch ist immer mal wieder ein wenig rutschig.

Auch auf diesem Teil des Aufstiegs ist die Route klar – Wegweiser und eindeutiger Weg machen es leicht. Spannend ist für uns, wie gut diese Wege hier sind. Meist schön breit und in wirklich gutem Zustand.

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Spannende Pfade bringen uns nach oben!
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Und immer wieder lockt der Ausblick nach Riva!
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Immer wieder gibt es famose Ausblicke auf Riva und den Gardasee. Es ist spannend, wie viel kleiner die Stadt bei der nächsten Aussicht aussieht. Und wie weit wir in die Ebene hinein sehen. Ja, der Aufstieg zur Bastion und zur Kapelle Santa Barbara zahlt sich wirklich aus! Der finale Anstieg verläuft in einigen Kehren, dann erreichen wir eine Berghütte, Capanna di Santa Barbara, mit hübschen blauen Fensterläden, die jedoch nicht bewirtschaftet ist. Sie ist in einem guten Zustand, vielleicht hat sie am Wochenende oder an bestimmten Tagen offen.



Die Kapelle ist nun schon zu sehen – das Finale startet! Über ein paar Stufen starten wir, dann ist es wieder ein Steig. Noch ein paar Höhenmeter und es ist geschafft. Es gibt ja zwei Gruppen, wenn es um den Aufstieg geht. Die einen – dazu gehöre ich – schauen immer wieder auf das GPS und möchten wissen, wie weit es noch ist. Das Näherkommen zum Ziel gibt Kraft. Ich schaue immer wieder gerne nach, wie weit es noch ist. Je mehr ich außer Puste bin, desto mehr gucke ich nach. Motiviert mich! Anders der Gerald: er will es nicht wissen. Je anstrengender es wird, desto weniger will er von der noch folgenden Strecke hören. Er geht einfach so dahin. Und du? Zu welcher Fraktion gehörst du?


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Ist sie nicht hübsch, die Kapelle Santa Barbara?

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Oben angelangt genießen wir den Blick ins Tal und schauen uns die kleine Kapelle näher an. Sogar ein Gipfelbuch liegt drinnen. Obwohl es schon voll ist, finde ich noch ein Plätzchen für uns. Gipfelbücher mag ich sehr, sehr gerne! Wenn genug Platz ist, zeichne ich gerne etwas hinein. Die Kapelle wurde 1935 von den Bergleuten beim Bau der Wasserleitung erbaut.

Nach einer Pause beginnt unser Abstieg. Es ist der selbe Weg, dem wir herauf gefolgt sind. Pass gut auf, der steinige Pfad ist doch fordernd. Und lass deinen Blick noch mal über Riva und den See gleiten – es schaut so manches wieder ganz anders aus!

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Ich muss bei Gästebüchern immer einschreiben! Manchmal zeichne ich auch etwas!


Ja, der Aufstieg zur Bastion und der Kapelle Santa Barbara hat sich sehr gelohnt – wir legen ihn dir wirklich ans Herz! Eine der schönsten Wanderungen, die wir hier unternommen haben!


Tourdaten