Fotografie: Canon EF 16–35 mm f/2.8L III USM Objektiv und Canon EF 16–35 mm f/2.8L II USM Objektiv


Canon EF 16–35 mm f/2.8L II & III USM Objektiv | Vergleich beiden Versionen
Canon EF 16–35 mm f/2.8L II & III USM Objektiv | Vergleich beiden Versionen

Du stehst vor einer großartigen Landschaft, willst den hohen Wasserfall, die große Kathedrale oder Räume, wo wenig Platz ist, fotografieren und dabei dein großes Motiv als Ganzes aufnehmen? Dann ist ein Weitwinkelobjektiv genau das richtige für dich.


Ich habe die Versionen II und III einige Zeit parallel verwendet und möchte euch einen Überblick darüber geben, ob sich für euch der Kauf einer gebrauchten günstigeren Version II auszahlt und welche Pluspunke die neue Version III mit sich bringt:


Autofokus:

Bei normalem Licht sind die beide ähnlich schnell, bei Low Light ist die Version III besser, diese kommt auch auf den gefühlten Hauch schneller und präziser auf dem Fokuspunkt an.


Handling:

Hier finde ich das beide gleich gut, die Gummiringe sitzen fest, der AF Schalter funktioniert einwandfrei.


Gewicht:

Bei mir auf der Waage waren beide Objektive mit Schutzfilter, Gegenlichtblende und Objektivdeckel.

Die Version II um rund 150g leichter.


Durchmesser der Gegenlichtblende:

Da auf Reisen in meiner Fototasche notorischer Platzmangel herscht und ich die Gegenlichtblende bei solchen Objektiven immer auf diesen montiert habe, freute ich mich sehr das die Gegenlichtblende der Version III nur rund 104mm Durchmesser und damit wesentlich schlanker als die Version II mit rund 122mm ist.


Längenvergleich:

Mit Gegenlichtblende und Objektivdeckel ist die Version II 164mm lang, also 5mm kürzer als die Version III mit 168mm.

Mit umgedrehter Gegenlichtblende und montiertem Objektivdeckel ist die Version III um rund 15 - 20mm länger ( Unterschied möglich je nach Deckel und Schutzfilter).



Vignettierung:

Beide Linsen vignettieren sehr ähnlich, die stärkste Vignettierung ist bei Blende f2.8 zu sehen, ab der Blende f8.0 ist die Vignettierung nahezu verschwunden.


An den folgenden Fotos könnt Ihr die Veränderung sehen links ist die Version III rechts die Version II


Blende f/2.8

Blende f/5.6

Blende f/11: schön zu erkennen, dass bei beiden die Vignettierung eigentlich verschwunden ist.


Fazit Vignettierung: beide Version sind hier sehr ähnlich


Schärfe:

Hier gibt es zwischen den beiden Versionen einen merklichen Unterschied zum Rand hin und im Verlauf der Schärfe in Bezug auf die Blendenöffnung.


Die Version II ist generell in der Mitte schärfer als am Rand, ab Blende f/4.0 ist die Schärfe gut, zwischen f/5.6 und f/11 in der Mitte sehr gut.

In der Mitte ist die Linse zwischen Blende f/5.6 bis f/11 sehr gut.

Beide Versionen sind ab f/5.6 sehr ähnlich, auch die abfallende Schärfe ab Blende f/11 ist bei beiden ähnlich.

Vergleich Blende f8.0 in der Mitte bei 100%, wo beide sehr ähnlich sind.


Canon EF 16–35 mm f/2.8L II 100% Ausschnitt aus der Mitte
Canon EF 16–35 mm f/2.8L II 100% Ausschnitt aus der Mitte

Canon EF 16–35 mm f/2.8L III 100% Ausschnitt aus der Mitte
Canon EF 16–35 mm f/2.8L III 100% Ausschnitt aus der Mitte

Version III:

Merklich besser ist die Version III bei Blende f/2.8 hier ist Sie in der Mitte um am Rand wesentlich schärfer.

Ab Blende f/5.6 sind beide Linsen in der Mitte sehr ähnlich, am Rand ist die Version III immer schärfer.


Bei beiden Linsen liegt die maximale Schärfe im Bereich zwischen f/8.0 und f/11.0


Vergleich 100% Blende f/2.8 am unteren Bildrand

Canon EF 16–35 mm f/2.8L II USM Objektiv 100% Ausschnitt der unteren Ecke
Canon EF 16–35 mm f/2.8L II USM Objektiv 100% Ausschnitt der unteren Ecke
Canon EF 16–35 mm f/2.8L III USM Objektiv 100% Ausschnitt der unteren Ecke
Canon EF 16–35 mm f/2.8L III USM Objektiv 100% Ausschnitt der unteren Ecke


Gesamtfazit - die Schärfe bei f/2.8 und am Rand macht den wesentlichen Unterschied


Für alle, die diese Linse oft bei Blende f/2.8 und Low Light verwenden, maximale Schärfe bis zum Rand hin brauchen, die Bilder dann auch noch groß ausdrucken und das derzeit beste in diesem Bereich haben wollen, ist die Version III genau die richtige.

Der gewonnene Platz im Fotorucksack in Bezug auf den Durchmesser ist ein kleines Goodie obendrauf.


Diese Linse ist für die meisten keine "Immerdrauf". Wenn ihr bei normalem Licht fotografiert und euch Erinnerungen wichtiger sind als technisch so weit als möglich scharfe Bilder, könnt ihr mit einer gebrauchten Version II richtig Geld sparen. Schließlich geht es bei dieser Linse darum, den Brennweitenbereich im Weitwinkel zu vergrößern und Gewicht spart ihr obendrein auch noch.



 

Anbei mein Video zu diesem Thema:

"Zitat Gerald: "Nicht die beste Schärfe macht ein Foto großartig. Es ist das Motiv, das den Betrachter in den Bann zieht!"

Gerald Lechner 2020